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Über Sardinien
Geographische Lage und Fläche:
Sardinien ist die zweitgrößte Mittelmeerinsel und erstreckt sich über 24.090 km2. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt 270 km, die Ost-West-Ausdehnung 150 km. Im Vergleich zu den anderen Inseln des Mittelmeers ist Sardiniens Entfernung zum Festland weitaus größer: 190 km zum italienischen Festland und 180 km nach Tunesien. In unmittelbarer Nähe liegt hingegen die Nachbarsinsel Korsika, deren Entfernung nur 16 km beträgt.

Einwohnerzahl:
Sardinien gehört zu den Gebieten Europas mit der niedrigsten Bevölkerungsdichte. Insgesamt leben auf Sardinien 1.672.000 Einwohner (Stand von 12/2008), von denen allein 560.000 in der Provinz Cagliari wohnen. Die Inselhauptstadt Cagliari zählt 157.000 Einwohner, Sassari hingegen ca. 130.000, Alghero ca. 40.000, Nuoro ca. 36.000, Carbonia ca. 30.000, Iglesias ca. 28.000 und Oristano ca. 32.000 Bewohner.



Sprache:
Seit Anfang des 18. Jahrhunderts ist in Sardinien, nach mehreren, aufeinanderfolgenden Eroberungskämpfen in der modernen Geschichte (spanische Krone, piemontesisch-savoyische Krone), Italienisch die Amtssprache. Muttersprache der Sarden ist in vielen einsamen Bergregionen und Dörfern auch heute noch das Sardische. Dort wachsen die meisten Einwohner daher zweisprachig auf, wobei Italienisch oftmals die erste Fremdsprache darstellt. In den größeren Ortschaften und vor allem in den Städten ist das Sardische hingegen nahezu in Vergessenheit geraten und wird daher nun an manchen Schulen wieder offiziell als erste Fremdsprache eingeführt. Beim Sardischen handelt es sich um eine antike romanische Sprache mit vielen unterschiedlichen Dialekten und Varianten. Offiziell spricht man von vier verschiedenen, sardischen Haupt-Dialekten: Sassarese, Gallurese, Logudorese und Campidanese. In Wortschatz und Lautstand ähnelt sie dem Lateinischen und dem Spanischen. Alghero stellt eine interessante Ausnahme dar, denn hier sprechen die Einwohner auch heute noch Katalanisch. In den Tourismuszentren sind die geläufigsten Fremdsprachen Englisch und Französisch.

Politische Gliederung:
Sardinien ist seit dem 28. Februar 1948 eine autonome Region Italiens. Die Insel wurde damals in vier Provinzen unterteilt: Cagliari, Oristano, Nuoro und Sassari. Eine geläufige Meinung war jedoch, dass diese Gliederung den stark ausgeprägten landschaftlichen Eigenarten in Sprache und Kultur nicht gerecht wurde. Daher wurde schon 2001 beschlossen die 4 Provinzen auf 8 zu erweitern. Seit dem 08. Mai 2005 ist die Aufteilung durch Parlamentswahlen festgelegt worden.
Die aktuellen Provinzen sind: Cagliari, Oristano, Nuoro, Sassari, Medio-Campidano, Carbonia-Iglesias, Olbia-Tempio und Ogliastra.
Über die neuen Provinzhauptstädte muss noch entschieden werden:
Iglesias oder Carbonia im Sulcis-Iglesiente, Sanluri im Medio Campidano, Lanusei oder Tortoli in der Ogliastra sowie Olbia oder Tempio Pausania in der Gallura.



Wirtschaft:
Sardiniens Aktivitäten konzentrieren sich seit jeher auf die Landwirtschaft in Form von Viehzucht (Schafe, Ziegen, Schweine) und Ackerbau. Aber auch die Herstellung von Käse, Weinen, kaltgepresstem Olivenöl und die Anpflanzung von Zitrusfrüchten stellen wichtige Wirtschaftsfaktoren dar. Des weiteren stellt der Fischfang (bspw. Thunfisch, Meeräsche, Goldbrasse, Königsbarsch, Hummer und Langusten) in Küstenregionen wie Tortoli, SantĀ“Antioco, Carloforte, Cabras, Cagliari und Alghero einen wichtigen Wirtschaftszweig dar. Verschiedene, staatlich unterstützte Projekte, die Investoren Möglichkeiten bieten sollten, Industrien auf der Insel anzusiedeln, hatten einen nur mäßigen und vor allem zeitlich begrenzten Erfolg. Zudem stellte sich der Abbau des Rohmaterials in den Bergbaugebieten aufgrund der Unwirtschaftlichkeit fast völlig ein. Nennenswert sind jedoch die Goldmine bei Furtei in der Provinz von Cagliari, welche von einer australischen Gesellschaft eröffnet wurde, sowie die Stahlfabrik von Portovesme und die Rohöl-Raffinerien Sarroch und Capoterra. Zudem stellen moderne Korkfabriken, sowie der Abbau und Verkauf sardischem Granits weitere Einnahmequellen dar. Heute ist jedoch vor allem die langsam wachsende Tourismusindustrie ein wichtiger Wirtschaftssektor für die Insel.

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